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Aktion, sicher durch den Winter. Fahrtraining auf Schnee und Eis, mit dem zweifachen Rallyeweltmeister Walter Röhrl, SMS Motorsport und der Fahrschule Walch am 10./ 11. Januar 2009 im Lungau.
Liebe Leserinnen und Leser, es ist mal wieder so weit. Der Winter hat uns eingeholt. Winterliche Straßenverhältnisse prägen das Bild des Straßenverkehrs. Sicher ist ihr Auto schon längst winterfit. Aber wie steht/s bei ihnen, dem Fahrer? Winterliche Straßenverhältnisse sind auch für erfahrene Fahrerinnen und Fahrer immer wieder eine neue Herausforderung. Besonders für Fahranfänger ist bei solchen Verhältnissen das Risiko hoch. Der erste Winter und wenig Erfahrung sind eine der Gründe, warum junge Fahrerinnen und Fahrer, selbst bei umsichtiger Fahrweise, kritische Situationen nicht oder viel zu spät erkennen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, solche Bedingungen, unter professioneller Anleitung, auf abgesperrten Strecken, zu trainieren. Wir, vom Fahrerprojekt.de haben uns für sie etwas Besonderes einfallen lassen. Ein Event der Extraklasse! Trainieren sie zusammen mit Walter Röhrl, SMS- Motorsport und der Fahrschule Walch, das Fahren auf Schnee und Eis. Veranstaltungsort ist das Lungau in Österreich. Wir fahren auf einem mehrere Hektar großen Gelände. Das Trainingsgelände ist speziell präpariert und verfügt neben großen Dynamikflächen auch über einen 1,5 km langen Rundkurs. Alle Infos finden sie im Internet unter fahrerprojekt.de bzw. fahrschule-walch.de oder telefonisch unter 0911/ 454020. Vorab haben wir exklusiv für sie mit Walter Röhrl über das Thema Fahrsicherheit und Training gesprochen.
Herr Röhrl, sie sind zweifacher Rallyeweltmeister, viermaliger Gewinner der Rallye Monte Carlo, Langstreckenweltmeister auf der Rundstrecke, Gewinner des legendären Pikes Peak Bergrennen in USA, nur um die wichtigsten ihrer Erfolge zu nennen. Vor kurzem hat man sie in Frankreich zum besten Rallyefahrer der letzten 100 Jahre gewählt. Was bewegt sie, sich zum Thema Fahrsicherheit zu engagieren?
Mit dem Thema Fahrsicherheit beschäftige ich mich schon seit 1974. Dazu muss ich vielleicht folgendes vorausschicken: Der Rallyesport ist der Motorsport, von dem sich für das normale Autofahren am meisten ableiten lässt. Ein Rallyeauto ist sehr nah am Serienauto gebaut und Rallyes werden auf ganz normalen Straßen gefahren. Die so genannten Wertungsprüfungen sind zwar für den Verkehr gesperrt, dennoch gibt es keine Sturzräume oder Auslaufzonen wie auf Rennstrecken. Auch werden Rallyes unter allen Bedingungen gefahren, bei Tag und Nacht, Kälte und Hitze, bei Regen Eis und Schnee ebenso wie bei optimalen Bedingungen. In meinem Sport muss der Fahrer hellwach und topfit sein. Schon ein kleiner Fehler kann verheerende Folgen haben.
Ich war immer schockiert, wenn ich in der Zeitung Unfallberichte las, wo ich dachte, wenn dieser Fahrer doch nur eine Umdrehung am Lenkrad gegengelenkt hätte anstatt nur wie gelähmt hinterm Lenkrad zu sitzen, wäre der Unfall nicht passiert und er würde noch leben. Mir war völlig klar, dass jeder, mit ein bisschen Übung, in der Lage ist solche Situationen in den Griff zu bekommen. Ich fing damals an zu analysieren, was die Probleme eines Normalfahrers ausmachten. Irgendwo in Österreich, beim Abendessen mit Kollegen, malte ich auf Servietten die ersten Fahrübungen, die mir sinnvoll erschienen. Dann fingen wir an. Die ersten Fahrtrainings machten wir auf Parkplätzen, später mieteten wir den A1 Ring. Aus dieser Idee entstanden später moderne Fahrsicherheits-zentren.
Meiner Überzeugung nach, ist und bleibt der Mensch der wichtigste Faktor beim Fahren. Egal ob im Sport oder beim ganz normalen Fahren. Wissen, Erfahrung und Übung sowie ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Weitblick und genügend menschliches Verständnis entwickeln den eigenen Fahrstil positiv. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass die meisten Unfälle vermieden werden könnten, wenn alle Autofahrer nur 10% der Fähigkeiten hätten, die ich vier Jahrzehnte gebraucht habe um in meinem Sport erfolgreich zu sein, aber trotzdem zu überleben. Ich kann ihnen versichern, mit etwas Engagement und Übung schafft das jeder. So viel zu meiner Motivation Fahrtrainings zu halten. Eins noch: Es ist natürlich toll, bei so einem Training zu sehen wie sich die Teilnehmer den Tag über steigern. Dies und das Feed Back der Teilnehmerinnen und Teilnehmer empfinde ich als tiefe Befriedigung.
Herr Röhrl, wie viele solcher Trainings machen sie?
Im richtigen Leben arbeite ich schon seit vielen Jahren für Porsche. Dort bin ich Repräsentant und arbeite in der Entwicklung. Privat könnte ich wahrscheinlich jeden Tag ein Fahrtraining machen, so viele Anfragen habe ich. Da muss ich wirklich aufpassen. Für mich ist das ein Hobby, und ein solches soll ja bekanntlich Spaß machen. Deshalb achte ich darauf, dass es nicht zu viel wird.
Warum engagieren sie sich gerade im Fahrerprojekt.de?
Zum einen, wie oben schon erwähnt, erachte ich den Menschen beim Fahren als das Maß aller Dinge. Die Philosophie vom Fahrer Projekt.de spiegelt diesen Anspruch wider. Alle Dienstleistungen sind auf das ganzheitliche Fahren ausgerichtet. Der „Fahrer(in)“ steht im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Eine Mischung aus Fahrsicherheit, zeitgemäßem Fahren, Erlebnis und Sport. Der Verbund Fahrschule, Autohaus und Fahrzeugentwicklung ermöglichen optimale Vorraussetzungen in Sachen Mobilitätsberatung. Im Fahrer Projekt.de von langer Hand vorbereitet und sicher in dieser Form einzigartig. Außerdem genießen „Junge Fahrer(innen)“ einen besonderen Stellenwert im Fahrer Projekt.de. Das ist für mich besonders wichtig. Angefangen von einer soliden Führerscheinausbildung, über alle Seminare und Fahrtrainings für Fahranfänger, bis hin zum Neuwagenprogramm für junge Fahrer. Gerade für Neueinsteiger ist es von größter Bedeutung „das Fahren“ von Anfang an in seiner Gesamtheit zu verstehen. Der Grundstein dafür muss schon in der Fahrausbildung gelegt werden. Sie bildet das Fundament und bestimmt den Werdegang eines Fahrers(in) maßgeblich. Meines Erachtens ist es wichtig, das junge Menschen Spaß daran haben die Dinge zu verstehen und im Griff zu haben, anstatt nur Zuschauer hinterm Lenkrad zu sein und hoffen das schon alles gut gehen wird. Mit den richtigen Trainern und einem guten Konzept macht euch Fahrausbildung sicher enorm Spaß. Leider ist es auch so, das viele junge Menschen mit veralteten Fahrzeugen in technisch schlechtem Zustand unterwegs sind. Deshalb ist es besonders erfreulich, dass VW diese Problematik erkannt hat und mit umfangreichen Sponsoring jungen Fahrern den Einstieg zum Neuwagen ermöglicht. Im Fahrer Projekt.de halten das Autohaus Schmidt und die Fahrschule Walch viele lukrative Angebote für euch bereit. Sie werden überrascht sein, wie günstig Autofahren mit einem Fahrzeug aus dem Neuwagenprogramm sein kann. Zum anderen sind es die Personen Thomas Walch und Harald Peelen, weswegen ich mich engagiere. Thomas Walch begleite ich seit 1993 bei seiner Tätigkeit als Fahrlehrer, Moderator und Seminarleiter. Auch in Sachen Rallyesport und Fahrtrainings habe ich Thomas oft schon mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Harald Peelen kenne ich seit über 20 Jahren. 1981 fuhr ich für SMS im Werks Porsche die deutsche Rallye Meisterschaft, wo ich mich nicht nur an die professionelle Arbeitsweise sondern auch gerne an die menschliche Seite von Harald erinnere. Dies ist die Motivation, mein Wissen und meine Erfahrung dem Fahrer Projekt.de zur Verfügung zu stellen.
Herr Röhrl, können sie uns noch etwas zum Inhalt und Ablauf vom Winterfahrtraining erläutern?
Als erstes vermitteln wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein paar Grundkenntnisse der Fahrphysik, um zunächst in der Theorie klarzustellen, was wann und warum passiert. Außerdem gehe ich auf das Thema der elektronischen Fahrhilfen, wie ABS, ESP und Bremsassistent ein. Hier kommt es immer wieder zu Missverständnissen. Man muss ein wenig die Funktion dieser Hilfen verstehen um sie auch wirkungsvoll nutzen zu können. Vor allem aber muss man auch deren Grenzen erkennen. Auch hier gilt: Die Physik lässt sich nicht ausschalten. Wenn man das nicht akzeptiert wird`s schnell gefährlich. Bei den praktischen Fahrübungen geht es um die Themen optimales Bremsen, Ausweichen, Lastwechsel, Kurventechnik und Blickführung. Bei so einem Training führen wir unsere Teilnehmer natürlich dann auch in den Grenzbereich. Erst dort erfährt jeder, wie er unter Stress reagiert und lernt die Besonderheiten seines Fahrzeuges kennen.
Zwei Dinge stelle ich persönlich immer wieder fest:
Erstens, wenn etwas Unvorhersehbares passiert oder das Fahrzeug ins Rutschen gerät, verharren die Teilnehmer in einer Art Leichenstarre. Bis eine Reaktion eintritt ist alles schon gelaufen und man kann nichts mehr machen. Zweitens: Nahezu alle Teilnehmer geben viel zu früh ihr Fahrzeug auf Sie denken, man kann schon nichts mehr machen, dabei sind noch alle Möglichkeiten offen, vorausgesetzt man bleibt ruhig und weiß was zu tun ist. Aber keine Bange, sie werden überrascht sein, was alles möglich ist. Zum Abschluss gibt`s dann noch eine Mitfahrgelegenheit bei mir, um die Dinge mal aus anderer Perspektive zu sehen. Also worauf warten sie? Jetzt anmelden und dabei sein, ich freue mich auf sie.
Kann so ein Fahrtraining für die Teilnehmer oder ihre Fahrzeug gefährlich sein?
Ganz klar nein. Die Strecke ist speziell für Trainings präpariert und hat Auslaufzonen. Der Verschleiß ist für ihr Fahrzeug auf Schnee und Eis gleich null. Glauben sie mir, im Straßenverkehr waren sie schon weit größeren Gefahren ausgesetzt. Nur Mut, sie können nur profitieren. Den Spaß gibt’s gratis mit dazu.
Herr Röhrl, vielen Dank für das Gespräch
Gerne, ich hoffe, dass ich ihren Leserinnen und Lesern neue Erkenntnisse geben konnte und wünsche allzeit gute Fahrt.
Herzlichst, Ihr Walter Röhrl
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